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eigener Malstil hin oder her

Wie ist das denn nun mit dem eigenen Malstil?

Kennst du auch diese scheinbar nie enden wollende Suchen nach „dem einzig wahren und dir alleine gehörenden Malstil“ ?

Ja? Dann geht es dir wie es mir lange lange Zeit ergangen ist, aber dazu muss ich etwas ausholen! 😉 Als ich mit dem Malen begonnen habe, war eines von Anfang an klar, Aquarell ist MEIN DING! Diese Leichtigkeit und Lockerheit, hat mich einfach vom Sockel gehauen! Also, mussten wenn man wie ich ein absoluter Nerd in diesen Sachen ist, alles was es an Materialien zu diesem Thema gab, gekauft werden! Yeah….Amazon hat sich gefreut! 😉

Und nun, alle Materialien waren angekommen und nun sitzt man vor dem leeren Blatt Papier!!! Oh mein Gott…..und jetzt? Dieses blank Page Syndrom kennen gaaaang ganz viele. Ideen die man umsetzen möchte, ja schon, viele sogar, aber WIE in Himmel Herrgotts Namen, soll ich das hinbringen. Meine Malkarriere war außer dem Kunstunterricht in der Schule und einigen Acryldesign Kursen im Zuge einer Ausbildung alles andere als ausreichend gewesen. Und die Vorstellung im Kopf, aber dann die Umsetzung am Papier, hat mich nach den ersten groben Bleistift Skizzen, doch gleich sehr schnell auf den Boden der malunfĂ€higen RealitĂ€t gebracht! Das sah alles ganz anders aus, als es meine grandiose Vorstellung im Kopf herbei gezaubert hatte. Jetzt war guter Rat teuer, oder man hocke sich vor das Internet in diesem Fall Pinterest (oh ja ich liebe Pinterest als Inspirationsquelle!!! ) aber dazu gibts in einem weiteren Blogpost mehr.

Noch mehr geniale Bilder….

So, in totaler Euphorie auf Pinterest „Aquarell Bilder“ eingegeben, trifft es mich wie einen Schlag…..DAS KANN ICH NIEMALS!! Wie soll das denn nur funktionieren, wie hat die das nur so hinbekommen und ach mein Gott, wie viele Möglichkeiten mit Aquarell gibt es denn nur? Zu viele fĂŒr meinen Geschmack! Also suchen wir uns etwas heraus, das einfach erscheint und versuchen es so gut wie möglich mit dem bösen weißen Blatt vor mir aufzunehmen und ihm den Gar aus zu machen! Jawoll!!!

Gesagt getan! Naja, das Ergebnis war ganz anders als meine Inspirationsquelle, oder sollte ich besser sagen Gottseidank, denn man konnte den Ursprung nicht mehr erkennen hihi! Mein Bild glich eher wie einem „braune Suppe Meer“, alle Farben verliefen ineinander und ĂŒberhaupt war von Farbverlauf weit und breit nichts zu sehen. Naja, was solls! Der innere Kritiker hat laut HIER geschrieen und mich gleich wissen lassen, dass er von Anfang an gewußt hat, dass DAS ja wohl nichts werden kann!

Aber nun hat es mich gefangen genommen! Der Wunsch nach mehr! Nach mehr Malen, mehr Wissen darĂŒber, mehr Ideenfinden! Die Freude die kurz und ich meine wirklich kurz aufgekommen war, als ich mich endlich getraut habe, den Pinsel in die Hand zu nehmen und anzufangen Farbe fĂŒr Farbe aufs Papier zu bringen, das war es…..DER MOMENT der mich so frei sein hat lassen. Von da an gab es kein Halten mehr.

Jeden Tag wurde gezeichnet und gekrizzelt, ein Skizzenbuch wurde gekauft und jeden Tag Unmengen darin gekritzelt. Überall mußte es mit hin und meine MĂ€nner zu Hause, haben meine Freude an der neu gewonnenen LieblingsbeschĂ€ftigung anfangs noch belĂ€chelt. Aber sehr schnell habe ich bemerkt, wie wichtig mir das Malen wurde, wieviel Entspannung es mir bringt meine kreative Ader endlich auszuleben, und dass es den Leuten doch tatsĂ€chlich gefĂ€llt, was ich da so vor mich hinpinsle. Man traute es sich kaum zu glauben, die ersten Auftragsarbeiten trudelten ein! Ich habe Feuer gefangen und wie!!

Aus dieser mir liebgewonnenen neuen Leidenschaft wurde tatsĂ€chlich ein Business. Ja wirklich!!! Ich konnte es Anfangs gar nicht fassen, aber immer wieder kamen Anfragen und auch habe ich begonnen malerisch ein mir total wichtiges Thema fĂŒr Kinder umzusetzen und dieses Thema hat mich zum nĂ€chsten Schritt dem Onlineshop gebracht. Oh Mann, was fĂŒr eine Herausforderung….aber ich schweife ab, das gehört hier nicht hin! 😉

Alles in allem, hat in mir die Malerei mit allem was dazugehört gebrannt und da saß ich nun, Tag fĂŒr Tag an meinem Tisch, habe unzĂ€hlige Malkurse mitgemacht und mir verschiedene Arten der Aquarell Malerei angesehen und wurde immer sicherer in dem was ich mache. Resume: ich war glĂŒcklich zu tun was ich eben jetzt tue! Mit Freude, Leidenschaft und stĂ€ndigem Drang das zu tun, was mir wirklich Spaß macht. Wie toll ist das denn? Ă€hhhhh, fast……denn da war noch ein Punkt…..

Hilfe…..eigener Stil

Immer wieder habe ich gehört und gelesen wie wichtig der eigene Stil ist! Das ist dir sicher, wenn du kreativ unterwegs bist, auch schon mehrmals untergekommen, oder? Und was hat es in dir ausgelöst? Also ganz ehrlich in mir eher Unbehagen! Warum?

Ganz einfach und vielleicht kennst du das auch? Wenn man mit dem Malen anfĂ€ngt, hĂ€ngt man sich meist an einen Stil, eine Richtung die einem in den ersten Momenten am leichtesten umzusetzen scheint. Jemand der dir zeigt, wie einfach es sein kann, einfach loszulegen! Gut so, das ist ganz wichtig. Man erhĂ€lt viel Informationen und Hintergrundwissen, das man unbedingt benötigt und bekommt den richtigen Drive um loszulegen. Und dann kommt einem ein weiterer Malstil entgegen, und hoppla, der ist ebenso faszinierend und dann noch einer und noch einer und…….jup, du weißt wie es weitergeht! 😉

So, und jetzt? 100te von blogposts habe ich gelesen die das Thema „deinen eigenen Stil finden“ hatten. Die immer wieder erklĂ€rt haben, wie wichtig es ist SEIN DING zu machen. Um Wiedererkennungswert zu haben, um gleich einkategorisiert werden zu können, wenn man dein Bild sieht….! Na toll! Was ist aber wenn ich mich nicht festlegen möchte? Was ist wenn mir so viele Arten zu malen gefallen und ich nun beginnen mĂŒĂŸte mich zu begrenzen? Was ist wenn mir das alles gleich zu langweilig wird und ich neue Herausforderungen brauche? ahhhhhh!!!!

Du siehst schon, es ist nicht ganz so einfach, wenn man ein kreativer Quirlie ist und alles ausprobieren möchte! Es wurde auch gesagt, man darf ja alles probieren, aber nach außen zeigen sollte man alles in EINEM Stil! Echt jetzt? Das hat mich echt mĂŒrbe gemacht und ich sah mich schon an meinem Maltisch sitzen und nur mehr Motivationskarten malen auf eine Art und Weise! Ă€h ja, das war kein sehr berauschender Gedanke ehrlich! Immer wieder hat sich mein BauchgefĂŒhl eingeschalten und mir geflĂŒstert, dass im kreativen Bereich alles erlaubt ist, lass es raus, du kannst eh sowieso nicht zurĂŒckhalten!! Aber der Kopf hat gesiegt und ich blieb brav bei dem was man von mir kannte und von mir erwartete. Mit kleinen Ausrutschern zugegeben, ich konnte einfach nicht anders. Aber diese lies ich auch schnell wieder in der Versenkung verschwinden! 😉 Bis ich dann auf DIE EINE PERSON traf…..

Ein Treffen mit Folgen

Ja, das war es wirklich! Vor kurzem war ich bei einem Treffen einer kreativen MÀdelsgruppe die allesamt der Malerei verfallen sind! Und ich sage dir was, so etwas ist wirklich grenzgenial und absolut empfehlenswert!!!! KreativitÀt pur! Der Austausch einfach nur bereichernd!

Aber fĂŒr mich hat es hier ein unsagbar wichtiges SchlĂŒsselerlebnis gegeben und das hat mir wohl wirklich endgĂŒltig die Augen geöffnet. In unserer Kreativrunde, als wir da so gesessen sind vor unseren Malmaterialien und einfach so dahin geplaudert haben, hat mir eine unglaublich liebenswerte und fĂŒr mich „EulenguruStatus“ habende (? was fĂŒr ein Wort!!) die Augen geöffnet. Das Thema „eigener Stil“ war auf dem Tisch und ich klagt ihr mein Leid, ĂŒber meine absolute UnfĂ€higkeit bei dieser einen Sache zu bleiben, immer auf die gleiche Art und Weise zu malen. Sie sah mich an und meinte nur:“ ich sitze auf meiner Insel und male immer und immer wieder blau-grĂŒne FarbverlĂ€ufe, das ist mein Ding“! „Und du bist flexibel und brauchst die Abwechslung, sei doch froh darĂŒber, immer wieder neue Ideen zu haben“! „Erlaube es dir einfach“!

BÀÀÀÀm!!! Da war er, …der Satz, der mich getroffen hat wie einen Schlag aus dem Nichts! Erlaube es dir, so zu tun wie du es fĂŒr richtig hĂ€ltst. Sei froh ĂŒber deinen Einfallsreichtum, deine WandlungsfĂ€higkeit, deine FlexibilitĂ€t, die Dinge immer wieder auf eine andere Art und Weise zu machen! JA! JA! JA! hat es in mir geschrieen und die Karawanken fielen von meinen Schultern! JA, ich darf so sein wie ich bin und es ist gut so. Es ist nicht schlecht, oder gar falsch Neues zu wollen, sich auszuprobieren und damit neue Erfahrungen zu machen. Nein ganz im Gegenteil, es ist ein Vorteil, wenn man das möchte!

Und JA ich wollte! Endlich hab ich meinen Stil gefunden….nĂ€mlich keinen!

Immer wieder habe ich Phasen, da bin ich in einem Bereich verfangen, da fasziniert mich die Art und Weise DIESER EINEN MALMÖGLICHKEIT! Aber dann darf was Neues kommen in dem ich mich ausprobieren möchte und somit meinen Horizont erweitere. Ich liebe es Tiere, HĂ€user, Blumen und auch Menschen zu malen, aber es darf auch in einem anderen Stil sein! Es darf sein!

Und das ist mein Weg, ich bin Ideenfinderin, Kreativquirlie und Motivationshelferlein und möchte dir hier und heute sagen, ganz gegen tausend andere Aussagen:

Wenn du frei malen möchtest, binde dich nicht an einen Stil, mach was dir dein Bauch sagt, probier dich aus und mach dich einfach locker! Du wirst sehen, dein roter Faden wird sich durchziehen, auch wenn du in verschiedenen Stilen malst! Das wird dann zu deinem Stil deinem Markenzeichen!

Schalte deinen Kopf aus und nimm den inneren QuĂ€lgeist der dir rĂ€t „das gehört so aber nicht, mach mal wie immer“ zur Seite, gib ihm ein Keks, tĂ€tschel im den Kopf und lass ihn neben dir sitzen und zusehen, wie du voller Freude an deinem Bild malst!

In diesem Sinne, wĂŒnsche ich dir einen wundervollen, kreativ-bunten und ideenreichen Ausprobiertag und freue mich wenn du vielleicht deine Erfahrungen dazu mit mir teilen möchtest! Hinterlass mir einfach hier unten eine Nachricht!! Bis dahin, tĂŒrilĂŒĂŒĂŒ und…..

herzliche GrĂŒĂŸe,

Sabine

2 Gedanken zu „eigener Malstil hin oder her“

  1. Liebe Sabine, Du sprichst genau mein Herz damit an. Ich möchte mich auch nicht binden. Habe frĂŒher immer gedacht es wĂ€re schlecht so viele Fertigkeiten zu können und nicht nur eines aber das dann Supergenial. Ich habe immer gedacht, toll ich kann vieles, aber von jedem nur ein wenig. Doch das stimmt nicht. Heute bin ich sehr frroh darĂŒber, denn ich kann meine NĂ€hmaschine rattern lassen, kann Filzengel entstehen lassen, meine Pinsel ĂŒbers Papier gleiten sehen oder mit dem Bleistift zeichnen. Habe eine zusĂ€tzliche Ausbildung zur Naturkosmetikerin. All diese kleinen SchĂ€tze trage ich bei mir. Genau liebe Sabine, ich kann frei Sein. Ich sein und meine Oma hat zu mir immer gesagt, so wie Du es machst, ist es richtig. Danke durch Deine Worte ist mir wieder klar geworden wie schön die VielfĂ€ltigkeit ist.

    1. Liebe Konstanze, ich danke dir fĂŒr deine Worte und deine Ehrlichkeit!!!
      Ich kann dich nur zu gut verstehen, denn diese Vielseitigkeit ist ja meist nicht nur an einen Bereich gebunden, sondern bestimmt oftmals das ganze Lebensumfeld! Auch ich habe mit 4 verschiedenen Ausbildungen und TĂ€tigkeitsbereichen immer wieder an meiner „Ernsthaftigkeit“ gezweifelt. Immer wieder mit mir selbst geschimpft, wie man nur so sprunghaft sein kann!
      Erst heute kann ich erkennen und annehmen was alles da ist, da…in mir drinnen! Es ist vielseitig und spannend, niemals langweilig und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und gerade deshalb so bunt! Möchte ich es anders? NEIN!!!!!
      Deine Oma hat eindeutig recht gehabt mit ihren Worten und es gebĂŒhrt ihr aufrichtig Respekt, denn gerade diese Generation war noch sehr geprĂ€gt von BestĂ€ndigkeit und Profiwissen! Also Hut ab!!
      Lass uns weiter bunt und lebendig sein!!! :-*
      herzliche GrĂŒĂŸe,
      Sabine

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